#88 Warum Dein Gehirn Dich lieber unglücklich hält, als ein Risiko einzugehen

Shownotes

In dieser Folge geht es um ein Phänomen, das viele kennen, aber selten wirklich hinterfragen: Warum wir so oft genau das tun, was uns langfristig nicht guttut – obwohl wir es eigentlich besser wissen. Statt Selbstsabotage moralisch zu bewerten, schauen wir gemeinsam auf die psychologischen Mechanismen dahinter: das Sicherheitsbedürfnis unseres Gehirns, unbewusste Prägungen, die Angst vor Veränderung und vor Glück sowie den starken Einfluss gesellschaftlicher Erwartungen.
Diese Episode lädt dazu ein, das eigene Verhalten mit mehr Verständnis und weniger innerem Druck zu betrachten. Es geht nicht um schnelle Lösungen, sondern um Klarheit, Bewusstsein und den Mut, die eigenen Muster zu erkennen. Eine Folge für alle, die spüren, dass da mehr möglich ist – und anfangen wollen, sich selbst wieder näherzukommen.

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00:00:00: Du weißt genau, was ihr gut tun würde.

00:00:02: Und trotzdem machst du immer wieder das Gegenteil.

00:00:06: Nicht aus Dummheit und nicht aus Faulheit, sondern weil India etwas arbeitet, das stärker ist als dein guter Vorsatz.

00:00:30: Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Folge von unserem Super-Charge Your Life Podcast.

00:00:36: Schön, dass du da bist.

00:00:38: Ich freue mich wirklich, dass du heute eingeschaltet hast.

00:00:42: Weil wir uns jetzt mit einem Thema beschäftigen, das uns allen öfter begegnet, als wir vielleicht so geben wollen.

00:00:49: Dieses komische Phänomen, dass wir ganz genau wissen, was uns gut tun würde und dann trotzdem exakt das Gegenteil machen.

00:00:58: Also wirklich mit Ansage.

00:01:01: Und nein, das hat nichts damit zu tun, dass wir unfähig wären oder uns selbst nicht ernst nehmen.

00:01:07: Es ist viel subtiler, viel schlauer.

00:01:11: Und ehrlich gesagt auch ein bisschen gemein, was unser eigenes System da manchmal mit uns veranstaltet.

00:01:19: Vielleicht kennst du diese Situationen, wo du innerlich schon genau weißt, okay, das wäre jetzt eigentlich gut für mich.

00:01:26: Und gleichzeitig hörst du dich denken, ach komm, nur kurz, nur einmal noch, nur heute nicht.

00:01:33: Und zack bist du wieder mitten in einem Verhalten, das sich langfristig eher müde, leer oder unzufrieden macht.

00:01:41: Und währenddessen fragt man sich so halb amüsiert, halb genervt, warum eigentlich?

00:01:48: Warum sabotieren wir uns so elegant selbst?

00:01:52: Und genau da steigen wir heute ein, nicht moralisch, nicht belehrend, sondern eher so mit diesem leicht ironischen Blick auf unser eigenes Gehirn.

00:02:02: Weil das Ding da oben arbeitet nicht gegen uns, auch wenn es sich manchmal so anfühlt.

00:02:07: Es arbeitet nur nach Regeln.

00:02:09: die irgendwann mal sinnvoll waren, heute aber öfter mal, sagen wir, kontraproduktiv sind.

00:02:17: Und das Spannende ist, sobald man anfängt zu verstehen, warum man sich selbst ständig in solche Schleifen manövriert, verliert das Ganze schon ein gutes Stück von seiner Macht.

00:02:31: Ich nehme dich heute gedanklich ein bisschen mit hinter die Kulissen, also dahin, wo Gewohnheiten entstehen, wo Angst leise Entscheidungen lenkt, und wo schnelle kleine Glückskicks oft lauter sind als das, was uns eigentlich langfristig erfüllen würde.

00:02:48: Und keine Sorge, das wird hier kein trockener Vortrag, sondern eher so ein gemeinsames Draufschauen mit einem Augenzwinkern und vielleicht dem einen oder anderen Inneren, ah, okay, das erklärt einiges.

00:03:03: Bleib also dran, leh'n dich zurück und hör' einfach weiter, während du deinen Alltag machst.

00:03:10: Diese Folge ist eine Einladung, dein eigenes Verhalten ein kleines Stück besser zu verstehen.

00:03:16: Nicht um nicht zu verurteilen, sondern um dich wieder ein bisschen mehr auf deine Seite zu holen.

00:03:23: Wenn wir da jetzt direkt anschließen, dann lohnt es sich einen kurzen Blick darauf zu werfen, wer hier eigentlich im Hintergrund die Fäden zieht.

00:03:31: Und Spoiler?

00:03:33: Es ist nicht deine Disziplin und auch nicht dein guter Wille.

00:03:37: Es ist dein Gehirn.

00:03:39: Und das arbeitet, sagen wir mal, mit einer ganz eigenen Logik, einer Logik, die nicht auf Erfüllung ausgelegt ist, sondern auf Sicherheit.

00:03:49: Und ja, das klingt erst mal harmlos, fast fürsorglich, aber genau da beginnt das Problem.

00:03:58: Ich erkläre das gern so, dein Gehirn ist ein echtes Gewohnheitstier.

00:04:02: Es liebt alles, was bekannt ist, alles, was schon mal funktioniert hat, alles, was du überlebt hast.

00:04:09: Und dabei ist es ihm ehrlich gesagt ziemlich egal, ob du dich dabei wohl fühlst oder innerlich denkst, da geht doch eigentlich noch mehr.

00:04:18: Bekannt ist sicher, unbekannt ist potentiell gefährlich.

00:04:22: Und dieses alte Sicherheitsprogramm läuft oft völlig automatisch ab, ohne dass du bewusst mitentscheidest.

00:04:30: Deshalb fühlt sich Veränderung nicht nach Aufbruch an, sondern eher nach innerem Widerstand, nach so einem leisen Ziehen im Bauch.

00:04:39: obwohl rational gesehen gar nichts Dramatisches passiert.

00:04:44: Und dann kommen diese unbewussten Glaubenssätze ins Spiel, diese kleinen inneren Kommentare, die nicht laut schreien, sondern eher flüstern.

00:04:53: Dinge wie, das ist bestimmt zu viel für mich, oder andere können das besser, oder so richtig leicht darf es ja nicht gehen.

00:05:03: Die sitzen tief, oft schon seit Jahren, manchmal seit der Kindheit.

00:05:08: und lenken dein Verhalten, ohne dass du sie aktiv bemerkst.

00:05:13: Und während du vorne denkst, du willst etwas verändern, sendet dein inneres Hinten ganz andere Signale aus.

00:05:21: Das ist kein Widerspruch aus Dummheit, sondern ein perfekt eingespietes System.

00:05:29: Und als wäre das noch nicht genug, liebt dein Gehirn schnelle Belohnungen.

00:05:34: So richtig.

00:05:35: Es steht total auf alles, was sofort ein gutes Gefühl macht.

00:05:40: Zucker, Scrawlen, Ablenkung, Serien, kleine Fluchten aus dem Alltag, Zack, Dopamin, kurz, intensiv, angenehm.

00:05:54: Das Problem dabei ist nicht das Bedürfnis nach Genuss, sondern die Priorität.

00:05:59: Langfristige Zufriedenheit ist für das Gehirn irgendwie zu abstrakt, zu leise, zu weit weg.

00:06:08: Und deshalb gewinnt oft das, was sich jetzt gerade gut anfühlt, auch wenn du genau weißt, dass es dich später eher nervt oder ausbremst.

00:06:20: Und da wird es dann ein bisschen ironisch.

00:06:23: Wir glauben oft, wir müssten uns einfach mehr zusammenreißen, disziplinierter sein, konsequenter.

00:06:30: Dabei kämpfen wir gegen ein System, das über Millionen Jahre darauf trainiert wurde, Risiken zu vermeiden und schnelle Belohnung zu sichern.

00:06:39: Kein Wunder also, dass man sich manchmal selbst zuschaut und denkt, warum mache ich das gerade?

00:06:46: Die Antwort liegt selten empfehlenden Willen, sondern fast immer in dieser Mischung aus Sicherheit, Prägung und dem Wunsch nach sofortigen Wohlgefühl.

00:06:59: Allein das zu verstehen, nimmt schon enorm viel Druck raus.

00:07:03: Nicht im Sinne von Ausreden, sondern im Sinne von Klarheit, weil man aufhört, sich selbst als Problem zu sehen.

00:07:09: und anfängt die Mechanismen dahinter zu erkennen.

00:07:13: Und genau das öffnet die Tür für echte Veränderung, nicht über Zwang, sondern über Bewusstsein.

00:07:21: Wenn wir das jetzt einen Schritt weiter denken, dann landen wir automatisch bei einem Punkt, der viele innerlich kurz zusammenzucken lässt, auch wenn er selten offen ausgesprochen wird, nämlich bei dieser leisen, manchmal ziemlich gut getarnten Angst vor Glück.

00:07:39: Klingt erst mal komisch, ich weiß.

00:07:42: Weil hier niemand morgens aufwacht und denkt, heute bitte bloß nicht glücklich sein.

00:07:47: Und trotzdem spielt genau das im Hintergrund öfter mit, als sonst lieb ist.

00:07:55: Glück fühlt sich für viele Menschen nicht selbstverständlich an, sondern ungewohnt.

00:08:00: Fast so, als würde man Schuhe tragen, die eigentlich passen, sich aber erst mal fremd anfühlen.

00:08:07: Und alles, was fremd ist, wird vom inneren System erst mal skeptisch beeugt.

00:08:12: Das Gehirn liebt Vorhersehbarkeit.

00:08:15: Es liebt Wiederholungen.

00:08:17: Und wenn jemand über Jahre gelernt hat, dass das Leben eher anstrengend ist, das Dinge kippen können oder das schöne Phasen sowieso nicht lange halten, dann wirkt echtes Wohlbefinden plötzlich verdächtig.

00:08:32: Nicht bewusst, sondern so unterschwellig.

00:08:35: Dann läuft dann ein inneres Programm mit, das sagt, genießt das Liebe nicht zu sehr, sonst tut es nachher umso mehr weh.

00:08:45: Und genau da passiert etwas ziemlich spannendes.

00:08:49: Sobald es ruhig wird, sobald etwas leicht läuft, sobald man sich eigentlich gut fühlt, beginnt das Suchen.

00:08:58: Nach dem Haken, nach dem Fehler, nach dem Moment an dem es wieder schief gehen könnte.

00:09:04: Nicht weil man Drama liebt, sondern weil das Nervensystem gelernt hat, wachsam zu sein.

00:09:11: Schutz statt Freude.

00:09:14: Kontrolle statt Vertrauen.

00:09:17: Und so wird Glück manchmal nicht abgelehnt, sondern einfach nicht richtig reingelassen.

00:09:25: Das Gemeine daran ist, dieses innere Unbehagen wird oft falsch interpretiert.

00:09:31: Man denkt dann, irgendwas stimmt nicht, irgendwas fehlt.

00:09:35: Irgendwas ist faul.

00:09:38: Dabei ist es häufig einfach nur das System, das sich an eine neue innere Realität gewöhnen muss.

00:09:45: An ein Gefühl, das noch nicht oft genug da war, um als normal abgespeichert zu sein.

00:09:51: Und dann zieht man sich unbewusst wieder ein Stück zurück, bleibt unter dem eigenen Potenzial, macht es sich lieber wieder vertraut unbequem, statt ungewohnt.

00:10:02: gut.

00:10:05: Ich finde, dass davon ruhig klar benennen, ohne Drama, aber auch ohne es klein zu reden.

00:10:11: Glück ist kein zerbrechlicher Zustand, der jederzeit einstürzt, nur weil man ihn zulässt.

00:10:18: Es ist eher wie ein Muskel, der erst dann stabil wird, wenn er benutzt wird.

00:10:24: Und ja, am Anfang fühlt sich das manchmal wackelig an, ein bisschen unsicher, vielleicht sogar überfordernd.

00:10:31: Aber genau das ist kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft, sondern dafür, dass sich innerlich gerade etwas neu sortiert.

00:10:40: Und allein dieses Verständnis verändert schon viel, weil man aufhört gegen dieses Gefühl anzukämpfen oder es wegzudrücken.

00:10:48: Und stattdessen merkt, ah, okay, das ist einfach ungewohnt, mehr nicht.

00:10:55: Und je normaler Glück innerlich wird, desto weniger muss man davor flüchten.

00:11:02: Wenn man all das jetzt zusammenzieht, dann wird ziemlich klar, warum wir uns so oft in Lebenssituationen wiederfinden, die irgendwie okay sind, aber innerlich trotzdem leer bleiben.

00:11:14: Und da kommt noch ein Faktor dazu, der oft unterschätzt wird, weil er so normal wirkt, dass man ihn kaum hinterfragt.

00:11:22: Gesellschaftliche Erwartungen.

00:11:25: Dieses leise Dauerrauschen im Hintergrund, das ständig suggeriert wie ein gutes Leben auszusehen hat, wann man wo stehen sollte und was als Erfolg geht.

00:11:38: Und während man glaubt, eigene Entscheidungen zu treffen, läuft im Inneren oft ein altes Programm mit, das sagt, so gehört sich das, oder das macht man halt so.

00:11:51: Und genau da beginnt diese subtile Entfremdung von sich selbst, nicht laut, nicht dramatisch, sondern schleichend.

00:11:59: Man funktioniert, man erfüllt Rollen, man erreicht Ziele und trotzdem fehlt etwas.

00:12:06: Nicht weil man undankbar wäre, sondern weil man irgendwann merkt, dass man eher einem Ideal hinterherläuft als dem eigenen inneren Kompass.

00:12:15: Und das Spannende ist, das fühlt sich am Anfang sogar richtig an.

00:12:19: Anerkennung gibt Sicherheit.

00:12:21: Dazu gehören Beruhigt.

00:12:24: Aber langfristig entsteht oft dieses dumpfe Gefühl von innerer Enge.

00:12:28: Von, da müsste doch mehr sein.

00:12:32: Und hier wird's unbequem, aber auch ehrlich.

00:12:35: Viele Entscheidungen, die wir treffen, haben weniger mit dem zu tun, was wir wirklich wollen und mehr mit der Angst aus der Reihe zu tanzen.

00:12:44: Anders zu sein.

00:12:46: Nicht rein zu passen.

00:12:48: Und das ist menschlich.

00:12:49: Absolut.

00:12:51: Gleichzeitig kostet es auf Dauer unglaublich viel Energie, gegen die eigene innere Stimme zu leben.

00:12:58: Und genau deshalb landen viele Menschen irgendwann an dem Punkt, an dem sie zwar alles richtig gemacht haben, sich aber trotzdem falsch fühlen.

00:13:10: Was mir dabei wichtig ist, es geht nicht darum, alles hinzuschmeißen oder radikal gegen alles zu sein.

00:13:17: Es geht um Bewusstheit, um dieses leise Innerheiten und das ehrliche Hinspüren, wessen Leben man da eigentlich gerade lebt.

00:13:27: Und je öfter man sich diese Frage erlaubt, desto klarer wird der eigene Weg.

00:13:32: Nicht perfekt, nicht immer bequem, aber Stimmige.

00:13:39: Befeucht diese Folge.

00:13:40: abschließe, möchte ich dich noch zu etwas einladen.

00:13:44: Wenn dich diese Gedanken begleitet haben, wenn du dich vielleicht an der einen oder anderen Stelle wiedererkannt hast, dann lass dem Podcast gerne eine positive Bewertung dar.

00:13:55: Es hilft enorm.

00:13:56: Genau solche Inhalte weiter in die Welt zu tragen.

00:14:00: Und wenn du magst, teile die Folge mit jemandem, bei dem du spürst, dass sie gerade passen könnte.

00:14:07: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.

00:14:10: Bis dahin.

00:14:11: Hör auf dein Herz.

00:14:13: Vertraue deine innere Stimme.

00:14:15: Und vergiss nicht, die Antworten liegen in dir.

00:14:19: Unbox yourself and supercharge your life.

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