#104 Warum wir unseren Selbstwert oft leise verschenken – ohne es zu merken
Shownotes
Du bist nicht zu viel, nicht zu sensibel, nicht zu anstrengend – Du hast Dir das nur viel zu lange anhören müssen. Diese Episode ist für alle, die zu oft genickt, gelächelt und runtergeschluckt haben – aus Angst vor Ablehnung, vor Konflikt oder davor, zu viel zu sein.
Es geht um drei Bereiche, in denen wir unseren Selbstwert oft leise verschenken: ungefragte Kommentare zu Körper und Status, das Kleinermachen in Beziehungen und Freundschaften – und gut gemeinte Belehrungen darüber, wie ein „richtiges Leben" auszusehen hat. Psychologisch fundiert, locker erzählt und mit den klaren Antworten, die ich mir damals selbst gewünscht hätte.
Themen: Selbstwert stärken, gesunde Grenzen setzen, Nein sagen lernen, toxische Beziehungsmuster, emotionale Erschöpfung, Selbstliebe, Persönlichkeitsentwicklung, Selbstvertrauen, gesunde Beziehungen.
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00:00:00: Du bist nicht zu viel, nicht so sensibel.
00:00:03: Nicht so anstrengend!
00:00:05: Du hast dir das nur viel zu lange anhören müssen.
00:00:08: Heute kommen drei Dinge auf den Tisch bei denen ich nicht mehr stillschweigend mitspiele.
00:00:29: Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Folge von unserem Supercharger Live Podcast.
00:00:34: Schön dass du da bist.
00:00:37: Sag mal kennst du das?
00:00:39: Diesen Moment in dem dir innerlich irgendwas hochkocht So ein Kommentar Ein Blick, ein Spruch der eigentliche richtig wehtut und du schluckst es einfach runter.
00:00:51: Lächelst?
00:00:53: Nixt?
00:00:54: Sag's vielleicht noch ein freundliches Passt schon!
00:00:58: Über genau diese kleinen leisen Momente sprechen wir heute also über all das was ich mir früher habe gefallen lassen aus Angst vor Streit, aus Angst zu viel zu sein, aus angst nicht mehr gemocht zu werden Und was ich heute einfach nicht mehr durchwinken würde?
00:01:19: Weil das, was wir dauerhaft runterschlucken irgendwann von innen heraus an uns nagt.
00:01:25: Ich nehme dich heute mit durch drei Bereiche, in denen wir oft viel zu lange, viel zu freundlich bleiben.
00:01:32: und der erste – ja, der hatte schon mal in sich!
00:01:37: Punkt eins Wenn andere glauben sie dürften meinen Wert beurteilen Du weißt wovon ich rede Diese unterirdischen Klassiker, Kommentare über den Körper, ungefragte Bemerkungen zur Figur.
00:01:51: Ein suffisantes Du in der Hose wirken deine Beine aber oder die andere Variante, in der jemand auf dich runter schaut weil du halt noch keinen Fancy-Titel kein Geschäftsführerinnen Tschejchen und kein Doktorhütchen vor dem Nachnamen trägst Diese Menschen, die so tun, als würdest du erst ab einer bestimmten Visitenkarte zählen.
00:02:14: Früher habe ich da tatsächlich gedacht – na ja vielleicht war das gar nicht her so gemeint!
00:02:21: Heute weiß ich, so ein Kommentar hat ungefähr null Prozent mit mir zu tun und so ziemlich hundert Prozent mit der Person, die ihn raushaut Denn wer einen fremden Körper bewertet ist meistens mit dem eigenen nicht im Reinen Und wer Menschen über Titel sortiert hat innerlich oft nicht mal Visitenkartengröße selbst wert.
00:02:44: Klingt hart, ich weiß – ist aber leider so!
00:02:47: Ein kleiner Tipp dazu?
00:02:49: Wenn so ein Spruch wieder kommt fragt dich nicht, was stimmt mit mir nicht sondern ganz still und leise bestimmt eigentlich mit dir nicht dass du das überhaupt sagen musst Was uns Eleganz zu Punkt zwei führt.
00:03:04: Denn wenn wir lange genug von außen gesagt bekommen wer wir sein sollen fangen wir irgendwann an, das selbst zu erledigen.
00:03:12: Und damit sind wir mittendrin – wenn ich mich kleiner mache, damit ich anderen nicht so viel werde!
00:03:20: Du kennst dieses Wort sicher zuviel.
00:03:24: Du bist so emotional, zu fordernd, zu sensibel, zu anstrengend, zu zickig.
00:03:31: Diese ganzen Etiketten die uns gerne mal um die Ohren gehauen werden, soweit wir einen Bedürfnis-Satz wagen der über mir geht's gut, alles fein hinausgeht.
00:03:43: Und das ist so ein Klassiker vor allem in Beziehungen.
00:03:47: Da sagst du einmal dass dich was verletzt hat und zack bist du die Drama Queen!
00:03:53: Da äußerst Du einen Wunsch und schon bist Du fordernd.
00:03:58: Da weinst Du bei einem traurigen Film und schon Bist Du übertrieben empfindlich.
00:04:03: Spoiler bist Du nicht.
00:04:07: Diese Worte sind oft nichts anderes als der Notausgang von Menschen, die mit echten Gefühlen überfordert sind.
00:04:15: Wer dich anstrengend nennt, sagt im Grunde nur Ich habe gerade keine Kapazität für Dich und pack das in eine Verpackung, die nach deinem Fehler aussieht.
00:04:27: Ziemlich elegant wenn man darüber nachdenkt – ziemlich fies aber halt auch!
00:04:33: Und dann gibt es da noch diese andere Variante, in der wir uns selbst klein feiten bevor uns überhaupt jemand kleinfeitet.
00:04:41: Wir schlucken jeden zweiten Wunsch runter damit wir bloß nicht zu fordernd wirken!
00:04:47: Wir verstecken unsere Sensibilität weil wir irgendwann gelernt haben das tiefes Fühlen ja peinlich ist.
00:04:55: oder mein persönlicher Liebling?
00:05:02: springen mitten in der Nacht aus dem Bett, wenn jemand weint.
00:05:05: Aber wenn wir mal selbst ein bisschen Heid bräuchten, kommt zurück – sorry ich kann das gerade nicht tragen!
00:05:13: Diese Freundschaften und Beziehungen, in denen du immer gibst und der andere sich gemütlich bedient als wärst du eine Art all you can eat befehl für emotionale Bedürfnisse.
00:05:27: Psychologisch dahinter steckt fast immer dasselbe.
00:05:30: Wir haben irgendwann gelernt, wer zu viel will riskiert Zurückweisung.
00:05:35: Also schweigen wir, passen uns an, machen uns kleiner in der Hoffnung dann endlich geliebt zu werden!
00:05:42: Das Problem dabei ist nun, dass dieses Runterschlucken nicht spurlos verschwindet – er staut sich und kommt später als Erschöpfung zurück, als Wut, als Beziehungsfrust oder ja ganz gerne auch als Magendam Migräne oder ein Rücken, der sich anfühlt wie hundert.
00:06:04: Mein Tipp dazu – wenn dich jemand zu viel nennt ist das selten einen Urteil über Dich!
00:06:10: Das ist eine Information über die Kapazität des anderen.
00:06:15: Du musst Dich nicht weniger werden lassen damit Dich jemand erträgt.
00:06:19: Wer Dich nur in klein liebt, liebt nicht Dich sondern eine bequeme Version von Dir Und das ist bei aller Liebe einfach nicht dasselbe.
00:06:31: Was uns ganz nahtlos zu Punkt drei bringt, denn wenn andere uns schon einreden wollen wie wir zu sein haben dann fühlen sie sich oft auch noch berufen und es gleich zu erklären wie wir zur Leben haben.
00:06:44: Punkt drei also Wenn Andere meinen Sie wüssten besser als ich wie man Leben auszusehen hat.
00:06:52: Das fängt klein an auf Familienfeiern bei der Tante, die dich seit der Konfirmation jedes Jahr fragt und wann es endlich Hochzeit.
00:07:02: Beim Kollegen, der den Kopf schräg legt und sagt ohne Kinder ist das doch alles irgendwie sinnlos oder?
00:07:10: Beim Onkel, der nach drei Gläsern glühwein' der festen Überzeugung ist dass du erst dann wirklich gelebt hast wenn du ein Eigenheim zwei Kinder und einen SUV in der Einfahrt vorweisen kannst.
00:07:24: Und dann gibt es noch die ganz große Variante, in der dir jemand deinen Traum einfach mal direkt ins Gesicht zerschmettert.
00:07:33: Diese netten kleinen Sätze wie «Seid doch realistisch, das schaffen andere» oder «Das wird sowieso nichts mit dir», Worte, die so tief reinrutschen dass sie noch zehn Jahre später als Stimme in deinem Ropf rumspucken.
00:07:51: Ich finde dieses Muster echt faszinierend, weil es immer derselben Logik folgt.
00:07:56: Wer dich in seine Schablonen pressen will erst Studium dann Mann Dann Haus Dann Kind In genau dieser Reihenfolge bitte stabilisiert damit fast immer das eigene Lebensmodell ein Lebensmodel dass selten wirklich überdacht wurde.
00:08:15: Wenn du als lebende Abkürzung einfach um diesen Plan herum tanzt wird das unbequem für den Plan.
00:08:24: Also wirst du gerne mal in die Reihe zurückgezogen und Träume kleinreden?
00:08:29: Das Machen am liebsten Menschen, die ihre eigenen längst im Karton mit der Aufschrift später vielleicht einmal verstaut haben!
00:08:39: Es ist halt viel angenehmer anderen zu erklären warum etwas nicht geht als sich selbst die Frage zu stellen, warum man es nie versucht hat.
00:08:50: Mein Tipp dazu ganz unaufgeregt, du musst dein Leben nicht in einem Ausschuss zur Abstimmung freigeben.
00:08:57: Es ist dein Leben!
00:08:59: Du darfst es so leben wie er sich für dich stimmig anfühlt auch wenn das gerade keine Hochzeitsbilder auf Instagram produziert.
00:09:10: und deine Träume die brauchen keine Mehrheit.
00:09:13: sie brauchen Schutz bis sie so groß und stark sind dass ihre Berechtigung nicht mehr in irgendwelchen Diskussionsrunden mit Tante Christl verteidigen müssen.
00:09:27: Und damit sind wir auch schon am Ende dieser Folge angekommen, drei Bereiche, in denen ich mir früher viel zu lange, viel zuviel habe gefallen lassen – wo dir dein Wert von außen zugeteilt wird, wo du dich kleiner machst um nicht so viel zu sein!
00:09:45: und wo dir andere ihren Lebensplan überstülpen wollen.
00:09:50: Vielleicht bleibt heute ja ein Bild, ein Satz, einen Moment bei dir hängen!
00:09:55: Vielleicht erkennst du dich an irgendeiner Stelle wieder?
00:09:58: Und vielleicht ist genau das schon der erste ganz leise Schritt etwas davon nicht mehr stehschweigend mitzutragen.
00:10:08: Danke dass du dir die Zeit genommen hast.
00:10:11: bis dahin hör auf dein Herz vertraue deine innere Stimme Und vergiss nicht, die Antworten liegen in dir.
00:10:21: Unbox yourself and supercharge your life!
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