#110 Das Geheimnis der Menschen, die sich von nichts treffen lassen
Shownotes
Warum nehme ich alles so persönlich? – und wie Du damit aufhörst
Ein spätes „gelesen", eine Absage, ein knapper Blick – und schon fühlst Du Dich abgelehnt und nicht gut genug. Warum triffst Du das so schwer, während andere dieselben Situationen einfach an sich vorbeiziehen lassen? In dieser Episode gehe ich dem auf den Grund: Wie unser Selbstwert darüber entscheidet, wie persönlich wir Dinge nehmen, warum unser Kopf ständig nach Bestätigung für den Satz „ich bin nicht gut genug" sucht, und welche Rolle die Angst vor Ablehnung dabei spielt.
Du erfährst, wie der innere Teufelskreis aus Selbstzweifel und Über-Interpretation entsteht – und warum das Verhalten anderer Menschen fast immer mehr über sie aussagt als über Dich. Eine ruhige, ehrliche Folge über Selbstwert, emotionale Freiheit und die entlastende Erkenntnis, dass die meisten Dinge gar nichts mit Dir zu tun haben.
Wenn Du Dich oft zurückgewiesen, übersehen oder nicht genug fühlst, ist diese Episode für Dich.
Hör auf Dein Herz, vertraue auf Deine innere Stimme – und vergiss nicht: Die Antworten liegen in Dir.
Transkript anzeigen
00:00:00: Eine Absage, ein spätes Gelesen.
00:00:03: Ein knapper Blick und schon flüstert es in dir.
00:00:07: Siehst du?
00:00:08: Du bist nicht genug!
00:00:10: Aber was wenn dieser Satz die ganze Zeit gelogen
00:00:14: hat?!
00:00:15: Heute nehmen wir ihm seine Macht.
00:00:32: Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Folge von unserem Superchargy Life Podcast.
00:00:38: Schön dass du da bist.
00:00:41: Es gibt diesen einen kleinen Moment, den du vielleicht kennst.
00:00:45: Du schickst jemandem eine Nachricht!
00:00:47: Nichts Wildes, nichts Dramatisches einfach ein freundliches Hallo und dann passiert erst mal gar nix.
00:00:56: Zwei graue Häkchen später werden sie blau gelesen.
00:01:01: keine Antwort.
00:01:03: In genau diesem winzigen Spei zwischen gelesen und schweigt fängt dein Kopf an zu arbeiten wie eine kleine Ermittlungsbehörde, die überstunden schiebt.
00:01:15: War ich zu viel?
00:01:17: War ich so wenig?
00:01:18: Habe ich irgendwas gesagt?
00:01:20: und schon sitzt du da mit einem leeren Chatfenster und fühlt sich abgelehnt von einem Menschen der wahrscheinlich einfach nun gerade an der Supermarktkasse steht!
00:01:32: Darum geht es heute um diese Kunst Dinge persönlich zu nehmen – und ehrlich gesagt sind wir darin ziemlich gut.
00:01:40: Der Nachbar grüßt heute etwas knapper als gestern, muss an mir liegen.
00:01:45: Die Kollegin hat mich schon länger nicht mehr gelobt.
00:01:48: Bestimmt bin ich nicht gut genug.
00:01:51: Der Partner gehend während ich von meinem Tag erzähle?
00:01:54: Klarer Fall!
00:01:55: Ich bin ihm egal geworden.
00:01:58: Wenn wir wollen, finden wir den lieben langen Tag über an jeder Ecke einen Grund uns getroffen zu fühlen.
00:02:04: Das Leben liefert reichlich Material.
00:02:07: Es ist nun mal seinem Wesen nach persönlich.
00:02:12: Das Problem ist nur, diese Dauerinterpretation ist unglaublich anstrengend.
00:02:18: Es ist als würdest du durch die Welt laufen mit einem Verstärker der jedes noch so kleine Signal auftritt bis es klingt wie ein Vorwurf und irgendwann bist du erschöpft ohne überhaupt etwas getan zu haben.
00:02:32: Du hast einfach nur den ganzen Tag lang Dinge auf dich bezogen, die nie für dich bestimmt waren.
00:02:40: Jetzt kommt die interessante Frage, nämlich warum eigentlich?
00:02:45: Denn es gibt ja tatsächlich Menschen, die genau dieselben Situationen erleben und sie an sich vorbeiziehen lassen wie Wolken am Himmel.
00:02:54: Absage bekommen, Kurzschulterzucken weitermachen.
00:02:58: Nachricht bleibt unbeantwortet – nur rund, die meldet sich schon!
00:03:02: Der Unterschied zwischen diesen Menschen und jemandem der alles schwer nimmt liegt fast immer in einer einzigen Stelle.
00:03:09: Er liegt im Selbstwert.
00:03:13: Und das lässt sich sogar konkret machen!
00:03:16: Stell dir zwei Personen vor, die sich für dasselbe beworben haben und beide bekommen eine Absage.
00:03:23: Die eine denkt, naja war ich denen wohl zu teuer oder sie haben nicht verstanden was ich kann dann eben nicht.
00:03:30: Die andere denkt wusste ich es doch Ich bin einfach nicht gut genug.
00:03:35: Gleiche Situation gleiche Umschlag in Briefkasten Zwei völlig verschiedene Wälde.
00:03:42: Der Unterschied steckt nicht in der Absage, er steckt in dem Satz den die zweite Person schon lange mit sich herumträgt.
00:03:51: und dieser Satz Ich bin nicht gut genug, der ist der eigentliche Regisseur im Hintergrund.
00:03:58: Solange du im Grunde davon überzeugt bist Nicht zu genügen wird dein Gehirn im Außen ununterbrochen nach Beweisen dafür suchen.
00:04:08: Psychologen nennen das den Bestätigungsfehler, und er ist ein ziemlich fleißiger Geselle.
00:04:14: Du glaubst etwas über dich?
00:04:16: Und dann sammelt dein Kopf brav alles ein was zu diesem Glauben passt!
00:04:23: Ein Blick, einen Tonfall, ein spätes Häkchen.
00:04:27: Kritik und Zurückweisung werden gefunden selbst da wo überhaupt keiner isst weil du sie ja innerlich schon erwartest Weil ein Teil von dir recht beheiten will auch wenn dieses Recht haben wehtut.
00:04:41: Es kommt aber noch ein zweiter Grund dazu und er geht meist tiefer.
00:04:47: Je größer die Angst verlassen oder abgelehnt zu werden, desto empfindlicher reagiert das ganze System auf jedes Signal von außen.
00:04:57: Wenn jemand früh gelernt hat dass Zuwendung nicht selbstverständlich ist Dass man sich liebe irgendwie verdienen muss dann wird diese angst zum ständigen Begleiter.
00:05:10: Und sie flüstert bei jeder Gelegenheit dieselbe Frage, was wenn Sie mich nicht mehr mögen?
00:05:17: Diese Frage steckt hinter der unbeantworteten Nachricht, hinter dem vergessenen Geburtstag, hinter den Vater, der nicht so reagiert wie man es sich gewünscht hätte – immer dieselbe leise Angst nur in unterschiedlichen Kostümen!
00:05:33: Und sie macht dich hypersensibel für alles, was nach Rückzug aussehen könnte.
00:05:38: So entsteht dieser Teufelskreis!
00:05:41: Du zweifelst an dir also deutest du das Außen als Beweis für den Zweifel und der Beweis bestätigt wiederum den Zweipel eine Schlange die sich selbst in den Schwanz beißt und sich dabei auch noch wundert warum es unangenehm ist.
00:05:58: Wie kommt man daraus?
00:06:00: Nicht mit einem einzigen genialen Gedanken.
00:06:04: Ich will dir nichts vormachen, aber es gibt eine Bewegung in einer anderen Richtung und die beginnt mit etwas fast unspektakulärem.
00:06:13: Mit Bewusstsein!
00:06:14: Also schlicht dem erkennen dass da überhaupt ein alter Glaubenssatz mitspielt.
00:06:20: Denn solange du ich bin nicht gut genug für einen nüchterne Tatsache hältst und nicht für eine alte tief eingeschliffene Behauptung wirst Du sie nie hinterfragen.
00:06:33: Man diskutiert ja nicht mit Dingen, die man für die Realität hält.
00:06:39: Der zweite Schritt ist den eigenen Wert langsam auf ein stabileres Fundament zu stellen und zwar auf eines das nicht bei jedem Windstoß von außen wackelt!
00:06:51: Denn wenn dein Selbstwert davon abhängt dass alle nett sind pünktlich antworten und die ständig bestätigen dann hast du im Grunde die Kontrolle über deinen Wohlbefinden an einer ziemlich unzuverlässigen Menschheit abgegeben.
00:07:07: Es geht darum, dass nicht mehr jeder dahergelaufene mit einem schlecht gelaunten Blick deinen ganzen Wert ins Wanken bringen kann!
00:07:17: Und der dritte Punkt ist vielleicht der Befreienste von allen – die schlichte Einsicht, das die allermeisten Dinge da draußen erstaunlich wenig mit dir zu tun haben?
00:07:27: Ich weiß, das klingt fast unverschämt einfach.
00:07:30: Aber denkt mal darüber nach….
00:07:32: Wenn jemand eine bestimmte Sache ablehnt, lehnt er selten dich ab.
00:07:37: Nimm das klassische Beispiel Ein Mensch sagt Er möchte nicht heiraten.
00:07:42: Der andere hört sofort Ich bin nicht wichtig genug, ich bin nicht genug.
00:07:48: Dabei kann es schlicht sein Dass diese Eine Person mit der Institution Ehe nichts anfangen kann.
00:07:54: Die Tradition sagt ihr Nichts!
00:07:57: Die feierlichen Worte schmecken ihn nicht.
00:07:59: Sie verbinden das Ganze mit irgendetwas sperrigem Nur eben nicht mit fehlender Liebe.
00:08:05: Zu dir sagt sie im Alltag vielleicht tausendmal Ja, Sie ist ja da!
00:08:10: Aber zu dieser einen Sache sagt sie Nein und das ist ein geweitiger Unterschied.
00:08:16: Das Verhalten anderer Menschen erzählt fast immer mehr über sie als über dich – über ihre Ängste, ihre Prägungen, ihren miesen Tag, Ihren vollen Kopf, Ihre eigene Geschichte in der du oft gar nicht die Hauptrolle
00:08:31: spätst.".
00:08:32: So hart das für unser Ego auch sein mag.
00:08:36: Wir sind eben selten die Hauptfigur im Film der anderen, meistens nur eine Nebenrolle – wie sich einbildet, dass ganze Drehbuch drehe sich um sie!
00:08:47: Und wenn es wirklich einsickert, passiert etwas ruhiges.
00:08:51: Nicht dieses laute «ab jetzt lass ich mich von nichts mehr treffen», das hält sowieso nur bis zur nächsten grauen Häkchen-Situation… sondern eher einen leiser Abstand Ein kleiner Speid zwischen dem, was passiert und dem, das du darüber denkst.
00:09:07: In diesem Speid liegt die ganze Freiheit!
00:09:10: Denn dein Wert hängt eben nicht an einer Antwort – nicht einem Ja oder einen bestimmten Verhalten irgendeines Menschen.
00:09:19: Er war die ganze Zeit schon da auch an den Tagen, an denen keiner es dir bestätigt hat.
00:09:27: Vielleicht nimmst Du heute nur diesen einen Gedanken mit... dass nicht jede Speichen ein Urteil ist, das nicht jeder Absage etwas über deinen Wert aussagt und dass die meisten Menschen viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind um soviel über dich nachzudenken wie du gerade befürchtest.
00:09:47: Das ist wenn man ehrlich ist eine ziemlich entlassende Nachricht!
00:09:52: Bis dahin hör auf dein Herz vertraue auf deine innere Stimme und vergiss nicht Die Antworten liegen in dir.
00:10:02: Unbox yourself and supercharge your life!
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