#111 Dein härtester Richter bist Du selbst – Zeit für einen Freispruch
Shownotes
Frieden machen mit dir selbst – Warum du aufhören darfst, dich für deine Vergangenheit zu bestrafen
Du kannst anderen verzeihen – nur dir selbst nicht? Nachts kreisen die Gedanken um alte Fehler, verpasste Momente und Entscheidungen, die du heute anders treffen würdest? Dann ist diese Folge für dich.
Es geht darum, wie Selbstvergebung wirklich funktioniert: warum jede Entscheidung damals deine beste Leistung war, wieso du nicht alles verstehen musst, um loszulassen, und wie du inneren Frieden findest, ohne deine Vergangenheit schönzureden. Du erfährst, warum der Vergleich zwischen dem, was war, und dem, was hätte sein sollen, selbstgemachtes Leiden erzeugt – und wie Akzeptanz dieses Muster durchbricht. Außerdem: wie du alten Fehlern eine neue Bedeutung gibst und warum gerade die schweren Kapitel deines Lebens dich heute stärker machen.
Eine Folge über Selbstvergebung, inneren Frieden, Loslassen und den liebevollen Umgang mit dir selbst – ehrlich, nahbar und ohne erhobenen Zeigefinger.
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#Selbstvergebung #InnererFrieden #Loslassen #Persönlichkeitsentwicklung #Selbstmitgefühl #FriedenMachen #Achtsamkeit #SuperchargeYourLife
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00:00:00: Du kannst allen verzeihen, nur dir selbst nicht.
00:00:04: Nachts um zwei läuft wieder der Film mit den Momenten die du am liebsten löschen würdest.
00:00:11: Was wenn genau da dein Frieden beginnt ohne dass du erst alles verstehen musst?
00:00:33: Kennst du dieses Kopfkino nachts um halb zwei?
00:00:36: Du liegst im Bett eigentlich hundemüde aber dein Gehirn hat beschlossen Jetzt nochmal die Best-of-Sammlung deiner peinlichsten, dümmsten, schmerzhaftesten Momente herzuspielen.
00:00:49: Und das alles auch noch in Dauerschleife und mit Kommentarspur!
00:00:55: Da läuft dann dieser eine Satz den du vor Jahren gesagt hast oder diese eine Mensch den Du verletzt hast, diese eine Entscheidung bei der Du heute noch denkst was hast Du Dir eigentlich dabei gedacht?
00:01:11: Genau darum geht es heute.
00:01:13: Um die Frage, wie man eigentlich Frieden macht mit sich selbst?
00:01:18: Und damit meine ich nicht theoretisch!
00:01:21: Nicht so als Sonntagsrede oder so, nee-nee Sondern so dass wirklich was verändert in dir drin Fangen.
00:01:30: wir mal mit einer unbequem Beobachtung an.
00:01:33: Die meisten von uns behandeln ihre Vergangenheit Wie eine Gerichtsverhandlung die nie endet.
00:01:39: Wir sitzen gleichzeitig auf der Anklagebank im Zeugenstand und auf dem Richterstuhl.
00:01:46: Und das Urteil, das fällt eigentlich immer gleich aus!
00:01:50: Schuldig!
00:01:50: Revisionen ausgeschlossen – nächste Verhandlung morgen Nachtgleiche Uhrzeit!
00:01:54: Bäm!
00:01:56: Das absurde daran ist aber dass wir bei diesem Prozess mit Informationen urteilen die wir damals gar nicht hatten.
00:02:05: Wir schauen zurück mit dem Wissen von heute Mit der Reife von Heute Mit der Erfahrung von heute und verurteilen einen Menschen, der all das noch gar nicht besaß.
00:02:19: Das ist ungefähr so fair wie einem Erstklässler vorzuwerfen, dass er kein Abitur hat!
00:02:27: Es gibt ein Satz, den mir dabei enorm hilft –so simpel er auch klingt– es war immer die beste Leistung in dem Moment mit dem Wissen, Hast du das Beste mögliche getan, was ging?
00:02:49: Und zwar nicht das Objektivbeste.
00:02:51: Ich meine, das gibt es sowieso nicht!
00:02:54: Sondern das beste, was dir in dieser Sekunde zur Verfügung stand... Das ist keine Ausrede.
00:03:01: Das ist einfach eine ziemlich nüchterne Beschreibung dessen wie Menschen funktionieren.
00:03:06: Niemand steht morgens auf und denkt sich heute treffe ich mal absichtlich die schlechteste Entscheidung meines Lebens.
00:03:14: Wir handeln aus dem heraus, was gerade da ist.
00:03:18: Und was da ist haben wir uns selten ausgesucht.
00:03:22: Was mir dabei tatsächlich echt gut hilft, ist eine Art Perspektivwechsel, den ich fast schon ein wenig technisch nennen würde.
00:03:31: Ich betrachte mein früheres Ich einfach wie einen Figur in einem Film – also nicht ich sondern dieser junge Mensch da auf der Leinwand!
00:03:41: Der mit der Wut im Bauch, der sich nirgendwo zugehörig gefühlt hat Der Dinge gesagt hat, die er nicht so meinte.
00:03:49: Weil er gar nicht wusste was er eigentlich meinte!
00:03:53: Wenn ich diesen Menschen dann auf der Leinwand zu von außen sehe Dann passiert etwas interessantes.
00:04:00: Die Härte also wie ich über diese menschen urteile.
00:04:04: Perspektive über mich aber über diesen menschen auf der leinwand Die weicht auf jeden fall etwas.
00:04:10: Ich seh plötzlich nicht mehr ein versager sondern niemanden der schlicht und ergreifend einfach überfordert war.
00:04:19: Und bei jemandem, der überforderd ist entsteht bei mir kein Vorurteilen sondern eher so ein Impuls von komm mal her lass dich in den Arm nehmen!
00:04:32: Und genau das ist übrigens der Punkt.
00:04:35: Frieden machen heißt nicht alles gut zu heißen.
00:04:39: es heißt nur aufzuhören gegen jemanden Krieg zu führen der längst nicht mehr existiert.
00:04:45: Und weißt du, was das Verrückte ist?
00:04:47: Mit anderen Menschen können wir das oft erstaunlich gut.
00:04:51: Wenn eine Freundin uns erzählt, dass sie sich vor zehn Jahren falsch verhalten hat, sagen wir sofort – ach komm!
00:05:00: Das war doch eine schwierige Zeit für dich, sei nicht so streng mit dir.
00:05:04: Wir sind also großzügig, verständnisvoll und warm.
00:05:09: Nur bei uns selbst gilt plötzlich ein anderes Strafrecht.
00:05:13: Da gibt es keine milderen Umstände Keine Verjährung, nichts dergleichen.
00:05:19: Diese Doppelmoral fällt uns nicht mal auf!
00:05:22: So normal ist sie für uns geworden.
00:05:25: Dabei wäre der erste Schritt eigentlich naheliegend – sich selbst wenigstens die Fairness zuzugestehen, die man jedem anderen Menschen ganz selbstverständlich gibt oder?
00:05:37: Jetzt kommt allerdings eine Falle in die viele Tappen und ich finde über diese muss man reden.
00:05:42: Es ist die Idee Man müsse erst alles verstehen wovor man Frieden machen kann.
00:05:49: Warum habe ich damals so gehandelt?
00:05:51: Woher kam das?
00:05:53: Lack es an die Kindheit, am Umfeld, an diesem Ein-Erlebnis?
00:05:58: Dinge zu verstehen ist total wertvoll – gar keine Frage!
00:06:02: Aber es gibt einen Punkt, an dem Analyse zur Vermeidungsstrategie wird….
00:06:08: Man gräbt sich immer tiefer in dieses Labyrinth aus Ursachen und Zusammenhängen, weil man ja insgeheim hofft irgendwo da unten liegt die Erlösung.
00:06:18: Liegt sie aber nicht!
00:06:21: Ein Leben ist kein Urwerk bei dem man Zahnrad für Zahnrat nachvollziehen kann warum was passiert ist.
00:06:29: Es ist eher wie ein Baum – ein Baum mit tausenden Verästelungen Tausend Einflüsse, Erziehung Glaubenssätze, Zufälle, Begegnungen und so weiter.
00:06:41: Den genauen Grund für eine Entscheidung von vor fünfzehn oder zwanzig Jahren wirst du nie vollständig rekonstruieren können.
00:06:51: Musst Du auch nicht!
00:06:52: Frieden ist keine Belohnung fürs Verstehen.
00:06:54: Frieden isst eine Entscheidung die Du auch treffen darfst wenn vieles ungeklärt bleibt.
00:07:02: Interessant wird es bei der Frage warum uns dieses Haar dann überhaupt zur Quellt?
00:07:08: Im Grunde ist der Mechanismus ziemlich schlicht.
00:07:11: Leiden entsteht aus einer Differenz.
00:07:14: Auf der einen Seite steht das was wahr, auf der anderen Seite steht dass was deiner Meinung nach hätte sein sollen.
00:07:23: Wie größer die Lücke zwischen diesem Ist und dem Soll, desto größer der Schmerz?
00:07:29: Das Fiese daran, das Ist steht fest – das Unverrückbar in Stein gemeißelt sozusagen!
00:07:38: Das soll dagegen ist eine reine Kopfgeburt, eine Fantasie.
00:07:44: Wir leiden also an einem Vergleich zwischen der Realität und einem Film, den nie gedreht wurde!
00:07:53: Das ist wenn man es mal ganz trocken betrachtet selbst produziertes Leiden.
00:08:01: oder liege ich da falsch?
00:08:04: Ich meine niemand zwingt uns dazu.
00:08:07: Die Akzeptanz, von der so oft die Rede ist bedeutet im Kern nichts anderes als dieses erfundene Soll langsam an das Reale ist heranzuführen.
00:08:19: Nicht weil das was war toll gewesen wäre sondern weil der Kampf gegen etwas das bereits geschehen ist Der einzige Kampf ist dem man garantiert verliert.
00:08:31: jedes mal ohne Ausnahme und ich meine bei kleinen Dingen Da klappt das ja auch ganz gut.
00:08:39: Verpasster Zug, blöder Kommentar im Meeting – alles geschenkt!
00:08:44: Aber es gibt eben auch die schweren Sachen.
00:08:47: Verlust, Krankheit, Momente in denen Menschen zu Schaden kamen….
00:08:53: da klingt akzeptierend fast zynisch ich weiß.
00:08:57: Trotzdem glaube ich dass gerade dort das meiste zuholen ist.
00:09:04: Vielleicht kennst du das ja?
00:09:05: dass die Dinge, die sich am schwersten annehmen lassen genau diese sind, die einen am längst festhalten.
00:09:15: Also je größer der Widerstand, desto größer meistens auch das was auf der anderen Seite wartet wenn man ihn irgendwann einfach loslässt.
00:09:27: Es gibt übrigens noch etwas das aus altem Schmerz etwas anderes machen kann als nur Ballast ihm Bedeutung geben Nicht im isoterischen Sinne, sondern ganz praktisch.
00:09:40: Die Momente in denen du daneben lagst, in denen Du jemanden enttäuscht hast, in den Du gescheitert bist – das sind heute die Momente aus denen Du am meisten weitergeben kannst.
00:09:54: Empathie entsteht selten aus Bilderbuchbiografien.
00:09:58: Ich meine wer nie im Dunkeln stand kann anderen schlecht den Weg daraus beschreiben.
00:10:04: Insofern sind gerade unschön Kapitel in unserem Leben oft die, die dich für andere Menschen wertvoll machen.
00:10:14: Das Rechtfertig natürlich nicht zurückwirkend aber es verwandelt etwas.
00:10:21: Naja und last but not least.
00:10:23: dann gibt es da noch eine letzte Ebene die ich nicht unterschlagen will weil sie vielleicht die leiseste ist.
00:10:30: Es gibt Momente mit denen Frieden zu machen besonders schwer fällt.
00:10:36: Die verpassten Nicht das was man falsch gemacht hat, sondern dass was man gar nicht gemacht hat.
00:10:43: Der Anruf den man verschoben hat Die Zeit die man nicht mit jemandem verbracht hat der heute nicht mehr da ist Das sitzt tiefer als jeder Fehler weil man es nicht mal jedem erklären kann.
00:10:57: Aber selbst dieses Bedauern trägt etwas in sich.
00:11:01: Es zeigt dir nämlich ziemlich präzise sogar worauf es ankommt.
00:11:08: Kompass der Rückwirt zeigt, damit du vorwärts besser gehst.
00:11:13: Sei da wenn du da bist.
00:11:16: Geh ran, wenn es klingelt!
00:11:18: Sag den Menschen was sie dir bedeuten, solange sie's hören können.
00:11:23: Das ist keine Aufgabe – das ist eher eine Einladung die aus dem alten Schmerz heraus entsteht.
00:11:31: Am Ende ist Frieden mit sich oder seiner Vergangenheit machen kein einmaliger Akt Kein Häkchen auf irgendeiner Liste oder so.
00:11:39: Es ist eher eine Haltung, zu der man immer wieder zurückkehrt.
00:11:44: Wir werden weiter Fehler machen Weite Entscheidungen treffen die wir später anders sehen.
00:11:49: Das ist keine Panne im System.
00:11:51: Genau das ist das System.
00:11:54: Schüler des Lebens bleiben wir sowieso.
00:11:56: ob wir wollen oder nicht Der Unterschied liegt nur darin Ob wir uns dafür bestrafen Oder ob wir lernen und selbst mit derselben Wärme zu begegnen, die wir für andere so mühelos übrig haben.
00:12:11: Vielleicht fängt es ja auch genau da an – nicht mit einem großen Durchbruch sondern mit einem kleinen fast unscheinbaren Moment in dem du innerlich aufhörst zu kämpfen und einfach mal sagst ok… Es war wie es war!
00:12:28: Das war meine beste Leistung und ich darf weitergehen.
00:12:34: In dem Sinne Bis dahin, hör auf dein Herz, vertraue deine innere Stimme und vergiss nicht die Antworten liegen in dir.
00:12:44: Unbox yourself and supercharge your life!
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