#80 Zwischen Vergangenheit und Freiheit – der stille Kampf mit alten Prägungen
Shownotes
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00:00:00: Hast du dich schon mal gefragt, warum du dich manchmal verhältst wie jemand, der du gar nicht sein willst?
00:00:07: Warum du reagierst wie deine Mutter, argumentierst wie dein Vater oder plötzlich in denselben Konflikten landest, die du als Kind so gehasst hast?
00:00:19: Es ist als würde ein unsichtbarer Faden dich an alte Muster binden, selbst dann, wenn du längst weißt, dass sie dir nicht gut tun.
00:00:44: Und herzlich willkommen bei einer neuen Folge von unserem Supercharged Your Life Podcast.
00:00:50: Schön, dass du da bist.
00:00:52: Heute sprechen wir über ein Thema, das viele von uns viel tiefer betrifft, als wir oft zugeben wollen.
00:00:58: Nämlich, warum wir manchmal genau das Verhalten wiederholen, dass wir bei unseren Eltern eigentlich nie übernehmen wollten.
00:01:07: Ich glaube, jede von uns hat diesen Satz schon mal gedacht, so werde ich nie.
00:01:13: Und dann ... Jahre später ertappt man sich plötzlich dabei, genauso zu reagieren, zu sprechen oder zu handeln.
00:01:21: Es ist fast, als würde da in uns ein unsichtbares Echo aus der Vergangenheit ablaufen, etwas, das wir gar nicht bewusst gewählt haben, aber trotzdem ständig in uns nachklingt.
00:01:35: Wenn man sich das genauer anschaut, steckt da unglaublich viel unbewusstes Lernen drin.
00:01:41: Als Kinder haben wir nicht nur beobachtet, wie unsere Eltern mit uns oder mit dem Leben umgehen, wir haben es verinnerlicht.
00:01:50: Wir haben quasi eine emotionale Landkarte bekommen, auf der Stand, so funktioniert Nähe, so funktioniert Streit, so fühlt sich Sicherheit an.
00:02:01: Und das Verrückte ist, dass wir diese Karte auch dann benutzen, wenn sie uns heute gar nicht mehr weiterhilft.
00:02:09: Ich merke immer wieder, dass viele Menschen glauben, sie könnten diese Muster einfach durch Willenskraft loswerden.
00:02:16: So nach dem Motto, ich entscheide mich einfach dagegen, fertig.
00:02:21: Aber unser inneres System funktioniert anders.
00:02:25: Es arbeitet mit jahrzehntelang abgespeicherten Emotionen, mit alten Schutzmechanismen, mit Dingen, die wir schon als kleine Kinder gelernt haben.
00:02:36: Wenn wir also plötzlich merken, dass wir dieselben Verhaltensweisen zeigen wie unsere Eltern, dann bedeutet das nicht, dass wir versagt haben.
00:02:45: Es heißt einfach, dass unser Unterbewusstsein noch auf einer alten Frequenz läuft.
00:02:51: Und genau da beginnt die Veränderung.
00:02:53: Nicht durch Druck, sondern durch Bewusstsein.
00:02:56: Durch das genaue Hinschauen.
00:02:58: Durch diese ehrliche Eingeständnis.
00:03:01: Ja, da ist etwas in mir, das ich übernommen habe.
00:03:04: Obwohl ich das gar nicht wollte.
00:03:07: Dieser Moment, in dem wir das erkennen, ist unglaublich kraftvoll.
00:03:12: Weil wir dann aufhören, uns selbst zu verurteilen und anfangen zu verstehen, woher es kommt.
00:03:18: Und dieses Verstehen verändert alles.
00:03:22: Heute möchte ich dich deshalb dazu einladen, einfach mal offen zu bleiben.
00:03:27: Vielleicht erkennst du im Laufe dieser Folge kleine Parallelen zu deiner eigenen Geschichte.
00:03:33: Vielleicht auch nicht.
00:03:35: Wichtig ist nur, dass du dir erlaubst, hinzuschauen.
00:03:38: Ohne Druck, ohne Schuld, einfach mit Neugier.
00:03:43: Denn genau da, im bewussten Hinschauen, beginnt ein neuer Umgang mit den alten Mustern.
00:03:50: Wenn wir uns also fragen, warum wir diese Muster überhaupt übernehmen, obwohl wir sie gar nicht wollen, dann lohnt es sich einen Moment innezuhalten.
00:04:00: Denn das Ganze passiert ja nicht einfach so.
00:04:03: Es steckt ein ganzes System dahinter, eines, das wir uns als Kinder nicht ausgesucht haben, das uns aber geprägt hat.
00:04:12: Ich finde, das ist so ein Punkt, den viele total unterschätzen.
00:04:16: Wir lernen nicht nur durch Worte, sondern durch Beobachtung.
00:04:20: Wir schauen zu, wir fühlen mit und irgendwann beginnen wir, dieselben Mechanismen zu übernehmen, einfach weil sie uns vertraut sind.
00:04:31: Und genau da liegt das Problem.
00:04:33: Das, was vertraut ist, fühlt sich für unser Gehirn sicher an, auch wenn es uns im Erwachsenenalter schadet.
00:04:41: Wenn wir also als Kinder erleben, dass Liebe an Bedingungen geknüpft ist oder das Konflikte immer mit Schweigen enden, dann speichert unser System das als normal.
00:04:53: Später reagieren wir unbewusst nach denselben Regeln, selbst wenn wir es besser wissen.
00:05:00: Es ist, als würde im Hintergrund ein altes Programm laufen, das immer wieder dieselben Befehle abspielt.
00:05:08: Ich finde das manchmal richtig frustrierend, wenn man sich denkt, ich bin erwachsen, ich weiß doch, wie ich es anders machen will und trotzdem falle ich immer wieder in dieses alte Verhalten zurück.
00:05:21: Aber das liegt daran, dass diese Muster nicht im Kopf entstehen, sondern in der Tiefe unseres Unterbewusstseins.
00:05:28: Sie sind emotional gespeichert, verknüpft mit Erfahrungen, Gerüchen, Stimmen, Gefühlen.
00:05:36: Und genau deshalb sind sie so zäh.
00:05:40: Viele Menschen sagen dann, sie hätten das halt einfach von ihren Eltern geerbt.
00:05:45: Aber das ist nicht ganz richtig.
00:05:48: Wir übernehmen nicht ihre Genen des Verheidens, sondern die Atmosphäre, die Dynamik, das, was unausgesprochen war.
00:05:56: Das, was man gespürt hat, ohne dass es jemand je gesagt hätte.
00:06:01: Und da ist oft der eigentliche Kern, die Familiendynamik.
00:06:06: In dieser Struktur haben wir gelernt, welche Rolle wir einnehmen müssen, um dazuzugehören.
00:06:12: Vielleicht war es die Rolle der Starken, der Ruhigen, der Angepassten oder derjenigen, die immer vermittelt.
00:06:21: Diese Rollen werden später so fest, dass wir sie für unsere Persönlichkeit halten.
00:06:26: obwohl sie eigentlich nur eine Strategie waren, um geliebt und sicher zu sein.
00:06:33: Und weißt du, was ich dabei so spannend finde?
00:06:36: Wir merken oft gar nicht, dass wir damit gar nicht auf unser jetziges Leben reagieren, sondern auf alte Szenen, alte Gefühle.
00:06:46: Wenn zum Beispiel jemand etwas Kritisches sagt, fühlen wir uns nicht nur im Jetzt verletzt, sondern es berührt etwas ganz Eites, etwas dass wir damals vielleicht nicht ausdrücken konnten.
00:06:59: Und dann reagieren wir mit denselben Schutzmustern, die uns als Kinder geholfen haben.
00:07:05: Heute aber verhindern, dass wir frei und echt reagieren können.
00:07:13: Ich finde allein dieses Bewusstsein verändert schon viel.
00:07:17: Denn wenn man versteht, dass das kein persönliches Versagen ist, sondern ein erlerntes, tief verwurzeltes Muster, dann kann man viel sanfter mit sich umgehen.
00:07:27: Und das ist, finde ich, der erste Schritt, um sich davon langsam zu lösen, indem man erkennt, dass es nicht gegen einen arbeitet, sondern einst ein Versuch war zu überleben, sich zu schützen, klarzukommen.
00:07:43: Und genau da beginnt dann auch die Chance, es anders zu machen.
00:07:49: Wenn wir also verstehen, dass viele unserer Verheidungsmuster nicht einfach zufällig entstanden sind, sondern aus alten Dynamiken stammen, dann stellt sich irgendwann automatisch die Frage, wie komme ich daraus?
00:08:04: Und ja, das ist oft der Moment, wo es umbequem wird, weil wir plötzlich merken, dass Veränderung nicht nur bedeutet, etwas Neues zu tun, sondern auch etwas Altes loszulassen.
00:08:16: Und das kann sich ziemlich wackelig anfühlen.
00:08:21: Ich finde, es beginnt immer damit, ehrlich hinzuschauen, ohne sich dabei klein zu machen.
00:08:28: Dieses bewusste Hinschauen, auch wenn es manchmal wehtut, ist so ein wichtiger Schritt.
00:08:34: Denn erst wenn wir erkennen, dass wir bestimmte Reaktionen nur wiederholen, weil sie uns vertraut sind, können wir anfangen, anders zu reagieren.
00:08:44: Und das braucht, na ja, Geduld.
00:08:48: Und auch ein bisschen Mut, weil wir damit eine ganz neue Richtung einschlagen.
00:08:54: Was mir dabei immer wieder auffällt ist, dass viele Menschen versuchen, sich mit purer Disziplin umzuprogrammieren.
00:09:02: Sie wollen die alten Muster einfach wegtrainieren.
00:09:05: Aber unser Unterbewusstsein funktioniert nicht wie ein Muskel, den man einfach stärker machen kann.
00:09:12: Es reagiert auf emotionale Erfahrungen, nicht auf Zwang.
00:09:16: Das bedeutet, wir dürfen anfangen, uns selbst zuzuhören, zu verstehen, woher ein bestimmtes Verhalten kommt.
00:09:24: Wenn ich zum Beispiel merke, dass ich ständig kontrollieren will oder mich zurückziehe, dann frage ich mich, was will ich damit eigentlich schützen?
00:09:33: Und allein diese Frage öffnet schon eine neue Tür.
00:09:40: Es geht also nicht darum, perfekt zu werden, sondern bewusster.
00:09:44: Zu bemerken, wenn alte Automatismen anspringen und sich innerlich zu sagen, ah, da ist es wieder.
00:09:51: Das ist so ein kleiner Moment der Selbstführung.
00:09:54: kein Widerstand, sondern Beobachtung.
00:09:57: Und irgendwann, wenn man das immer wieder macht, fängt man an, innerlich Spielraum zu gewinnen.
00:10:04: Zwischen Reiz und Reaktion entsteht so eine Art Lücke, in der man plötzlich anders handeln kann.
00:10:11: Und ich finde genau das ist der Moment, wo Selbstbefreiung beginnt.
00:10:15: Nicht laut, nicht dramatisch, sondern still.
00:10:18: Da, wo du zum ersten Mal spürst, dass du wählen kannst.
00:10:23: dass du nicht mehr automatisch auf alte Muster reagieren musst, dass du entscheiden kannst, wie du heute leben, fühlen und sprechen willst.
00:10:33: Wenn man so will, ist Veränderung kein Kampf gegen das alte, sondern eine Entscheidung für etwas echtes.
00:10:39: Für mehr Bewusstsein, mehr Selbstrespekt, mehr Verantwortung für das, was in einem passiert.
00:10:45: Und das braucht Zeit, keine Frage, aber jeder Schritt dahin lohnt sich.
00:10:50: Denn jedes Mal, wenn wir bewusst anders reagieren, verändern wir nicht nur uns selbst, wir schreiben damit auch die Geschichte neu, die wir unbewusst übernommen haben.
00:11:04: Wenn ich so auf alles zurückblicke, dann finde ich, dass es gar nicht darum geht, sich komplett neu zu erfinden, sondern eher darum, sich selbst wieder klarer zu sehen.
00:11:14: Diese alten Muster, die wir von unseren Eltern übernommen haben, sie sind hier nicht nur Ballast, sie erzählen auch etwas über uns.
00:11:22: über unsere Geschichte, über das, was wir gebraucht hätten.
00:11:26: Und genau deshalb ist es so wichtig, nicht in diesem ständigen, inneren Kampf zu bleiben, sondern sich zu fragen, was will ich eigentlich weitergeben.
00:11:36: Denn irgendwann sind wir diejenigen, die prägen, unsere Kinder, unsere Partner, unsere Umgebung.
00:11:44: Und ob wir wollen oder nicht, wir beeinflussen andere genauso, wie wir selbst beeinflusst wurden.
00:11:52: Ich finde, das ist so ein Punkt, der wirklich aufrüttelt, weil er uns zeigt, dass Bewusstsein Verantwortung bedeutet.
00:12:00: Nicht die Art von Verantwortung, die schwer auf den Schultern liegt, sondern die, die uns aufrichtet.
00:12:06: Die, bei der man spürt, ich kann gestalten.
00:12:10: Ich kann verändern, was ich aus mir heraus in die Welt gebe.
00:12:14: Und das fängt immer bei den kleinen Dingen an, bei einem Wort, einem Gedanken.
00:12:20: Eine Moment, in dem man sich entscheidet, anders zu reagieren.
00:12:25: Wenn du also merkst, dass dich etwas triggert, dass ein altes Muster hochkommt, dann versuch einfach, nicht gleich dagegen anzukämpfen.
00:12:34: Atme kurz durch, beobachte dich, nimm's wahr.
00:12:39: Allein das ist schon ein kleiner Akt der Selbstbefreiung.
00:12:43: Und vielleicht, ganz vielleicht, merkst du mit der Zeit, dass du viel freier bist, als du dachtest.
00:12:52: Ich hoffe, du konntest aus dieser Folge etwas mitnehmen.
00:12:56: Vielleicht nur einen Gedanken, vielleicht ein Gefühl, vielleicht einfach dieses Bewusstsein, das Veränderung nicht perfekt sein muss, sondern echt.
00:13:05: Wenn ihr diese Folge gefallen hat, dann würde ich mich riesig freuen, wenn du sie positiv bewertest.
00:13:11: Das hilft uns, noch mehr Menschen zu erreichen, die genau solche Impulse gerade brauchen.
00:13:17: Und wenn du das nächste Mal wieder dabei bist, dann nimm dir einen Moment Zeit, um zu spüren, was sich in dir verändert, wenn du wirklich hin siehst.
00:13:27: Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.
00:13:30: Bis dahin, hör auf dein Herz, vertraue auf deine innere Stimme und vergiss nicht, die Antworten liegen in dir.
00:13:39: Unbox yourself and supercharge your life.
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