#81 Zwischen Anpassung und Erschöpfung – der Preis, es allen recht zu machen
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00:00:00: Hast du manchmal das Gefühl, dass du anderen zu Last fällt, ganz egal was du tust, dass du dich ständig anpasst, zurücknimmst oder leiser wirst, nur um bloß niemandem im Weg zu stehen?
00:00:15: Genau da beginnt der Moment, in dem du dich selbst verlierst, ohne es zu merken.
00:00:37: Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Folge von unserem Super Charge Your Life Podcast.
00:00:44: Schön, dass du wieder mit dabei bist.
00:00:47: Heute geht es um dieses leise, nagende Empfinden, irgendwie zu viel zu sein.
00:00:54: Zu laut, zu emotional, zu bedürftig, zu... hat zu irgendwas.
00:01:01: Dieses Gefühl, anderen zu Last zu fallen.
00:01:04: Und ich sage es gleich, das kann sich verdammt tief eingraben.
00:01:08: Es ist wie ein... Unsichtbarer Rucksack, den man schon viel zu lange mit sich rumschleppt und oft weiß man gar nicht, was da eigentlich alles drin ist.
00:01:20: Viele von uns tragen dieses Gefühl bestimmt schon seit ihrer Kindheit mit sich herum, ohne es bewusst zu merken.
00:01:27: Es entsteht ja nicht über Nacht.
00:01:29: Man lernt es und das meist ohne, dass es jemand böse meint.
00:01:35: Ich meine, wenn du als Kind immer gehört hast, dass jetzt gerade keine Zeit für dich ist oder dass du dich mal zusammenreißen sollst oder so.
00:01:44: Dann kann das irgendwann diese Gedanken auslösen, ich störe oder ich bin zu viel.
00:01:51: Und zack, dieser kleine Gedanke der wächst mit dir mit.
00:01:56: Irgendwann wird daraus ein Muster, das sich durchzieht in Freundschaften, in Beziehungen und im Job.
00:02:04: Man will nicht zu Last fallen und übernimmt lieber selbst alles oder schluckt runter oder lächelt drüber.
00:02:11: Aber innerlich wird es ganz still, aber jetzt nicht im guten Sinne.
00:02:17: Was viele nicht sehen, dieses Gefühl beeinflusst massiv, wie wir über uns selber denken.
00:02:25: Es raubt einem die Leichtigkeit, weil man ständig abweckt, ob man anderen gerade zu viel Energie abverlangt oder so.
00:02:34: Vielleicht kennst du das, wenn du jemanden um etwas bitten willst und noch bevor du es aussprichst, Denkst du, ah, lieber nicht, ich will ja niemanden belasten.
00:02:46: Und so bleibt man in diesem ständigen inneren Rückzug hängen.
00:02:50: Man ist da aber nicht wirklich spürbar.
00:02:54: Das ist auf jeden Fall einer der Punkte über, die wir viel zu wenig sprechen in unserer Gesellschaft.
00:03:01: Denn wenn man sich selbst ständig als Belastung sieht, dann wirkt sich das auf alles aus.
00:03:07: Auf Beziehungen, auf die eigene Stimme, auf das wie man Entscheidungen trifft und oft vieles mehr noch.
00:03:16: Man lebt irgendwie mit angezogene Handbremse und das traurige ist, man merkt gar nicht wie viel Energie das kostet sich ständig kleiner zu machen als man eigentlich ist.
00:03:29: Und ich glaube es ist total wichtig genau da mal hinzuschauen.
00:03:35: Jetzt nicht um Schuldige zu suchen, sondern um zu verstehen wie dieses Gefühl überhaupt entstanden ist.
00:03:43: Denn nur wenn man versteht, was es im Inneren auslöst, kann man langsam wieder lernen, sich anders wahrzunehmen.
00:03:51: Nicht als Last, sondern als jemand, der genau so ein Recht hat, Raum einzunehmen wie andere.
00:03:58: Und ja, das ist ein Prozess, ich weiß.
00:04:00: Und auch kein leichter, aber auf jeden Fall ein notwendiger.
00:04:05: Und vielleicht ist genau das heute der erste kleine Schritt, einfach mal ehrlich hinzuschauen, ohne sich selbst zu verurteilen.
00:04:14: Zu erkennen, dass dieses Gefühl nicht bedeutet, dass mit einem etwas falsch ist.
00:04:20: Es zeigt einfach nur, dass man irgendwann aufgehört hat zu glauben, dass man willkommen ist, so wie man ist.
00:04:28: Und das darf sich wieder verändern.
00:04:32: Wenn man dieses Gefühl zu viel zu sein, eine Zeit lang mit sich herumträgt, dann fängt es an sich in vielen kleinen Momenten zu zeigen.
00:04:43: Oft sind es gar nicht die großen Dinge, sondern diese unauffälligen Gedanken oder Handlungen, die sich irgendwie eingeschlichen haben.
00:04:51: Ich merke das zum Beispiel daran, wie schnell man sich für alles entschuldigt.
00:04:56: Für Dinge, für die es eigentlich gar keinen Grund gibt.
00:05:00: Man stößt jemand aus Versehen leicht an und sagt nicht nur Entschuldigung, sondern gleich noch, oh Gott, das tut mir so leid.
00:05:08: Oder man entschuldigt sich, weil man etwas gefragt hat, das angeblich zu viel sein könnte.
00:05:14: Dieses ständige Entschuldigen fühlt sich irgendwann an wie ein Reflex, der einem zeigen will, bitte stören niemanden, sei bloß nicht auffällig.
00:05:25: Und dann gibt es dann noch diese Hemmung, um Hilfe zu bitten.
00:05:29: Dieses kleine innere Zögern, bevor man niemanden anspricht.
00:05:34: Als würde man in Gedanken schon alles durchspielen, wie der andere sich vielleicht genervt fühlt.
00:05:40: Also macht man es lieber einfach selber, auch wenn es viel zu viel ist, auch wenn man eigentlich nicht mehr kann.
00:05:47: Und das Krasse ist ja, irgendwann glaubt man, das ist normal, dass man eben so ist.
00:05:55: Aber in Wirklichkeit ist es ein Schutzmechanismus, der verhindern soll, dass man sich wieder so fühlt wie damals.
00:06:03: Unerwünscht.
00:06:06: Das zeigt sich auch total oft in Beziehungen.
00:06:09: Wenn man ständig das Gefühl hat, Rücksicht nehmen zu müssen, um bloß nicht anstrengend zu wirken.
00:06:15: Man sagt nicht, was man braucht, weil man denkt, das wäre egoistisch.
00:06:19: Und genau da fängt es an, gefährlich zu werden.
00:06:23: Weil man sich selbst zurücknimmt, bis kaum noch was von der eigenen Energie übrig bleibt.
00:06:29: Man gibt, man funktioniert, man will alles richtig machen, aber innerlich läuft man auf Reserve.
00:06:37: Und das Tragische ist, Dieses ständige Anpassen wird oft gar nicht bemerkt, weder von einem selbst noch von anderen.
00:06:45: Es wird sogar als stark oder selbstlos gesehen.
00:06:50: Aber in Wirklichkeit frisst es einen auf, weil da diese leise Angst mitschwingt, dass man nicht genug ist, so wie man ist.
00:06:59: Oder schlimmer noch, dass man zu viel ist.
00:07:03: Und das erzeugt Druck.
00:07:05: Druck perfekt zu wirken, immer freundlich, immer hilfsbereit, nie fordernd.
00:07:12: Ich glaube, man kann echt fast sagen, dass dieses Gefühl irgendwann fast körperlich spürbar wird.
00:07:20: Es legt sich auf deine Schultern, auf deine Stimme, auf die Art, wie man redet oder lacht.
00:07:26: Alles wird ein bisschen vorsichtiger, ein bisschen leiser.
00:07:30: Und das Zurückte ist, die Menschen, die man eigentlich schützen will, merken das überhaupt gar nicht.
00:07:36: Aber man selbst verliert Stück für Stück das Vertrauen, einfach man selbst zu sein.
00:07:43: Was da helfen kann ist, sich ab und zu mal zu beobachten.
00:07:48: Nur beobachten, nicht bewerten.
00:07:50: Einfach zu bemerken, wann man sich klein macht, wann man sich zurückhält oder so.
00:07:57: Und sich innerlich zu fragen, muss ich das gerade wirklich tun oder denke ich nur, dass ich das tun muss.
00:08:06: Allein diese kleine Frage kann schon viel ändern, weil sie ein Moment schafft, in dem man kurz innehält, bevor man automatisch wieder die Verantwortung für alles übernehmen möchte.
00:08:19: Ich glaube, wir unterschätzen total, wie sehr dieses alte Muster unser Verhalten prägt.
00:08:25: Es ist als würde man versuchen, das eigene Da sein, ständig zurechtfertigen.
00:08:31: Und das erschöpft.
00:08:33: Emotional, mental und irgendwann sogar körperlich.
00:08:37: Man verliert einfach das Gefühl, ja willkommen zu sein.
00:08:41: Und genau da liegt der Kern.
00:08:43: Denn solange man sich selbst nicht als willkommen empfindet, wird jede Begegnung ein Ballonsakt zwischen Nähe und Rückzug.
00:08:53: Und das darf man sich ruhig mal bewusst machen.
00:08:56: Nicht um sich schlecht zu fühlen, sondern um zu merken, wo man sich selbst einfach im Weg steht.
00:09:04: Wenn man sich eine Weile mit diesem Gefühl beschäftigt, eine Last zu sein, dann merkt man irgendwann, dass es gar nicht wirklich um andere geht.
00:09:13: Es geht um das eigene Selbstbild.
00:09:16: Darum, wie man sich selbst wahrnimmt, wenn man in einen Raum kommt, wenn man redet, wenn man einfach da ist.
00:09:23: Und genau da beginnt der Wendepunkt.
00:09:27: Denn irgendwann stellt man fest, dass dieses ständige Denken in zu viel oder zu wenig gar nicht echt ist.
00:09:36: Es ist antrainiert, ein altes Muster, das sich festgesetzt hat.
00:09:42: Und wenn man es lang genug hinterfragt, dann merkt man, dass es gar keinen Sinn ergibt, sich ständig klein zu halten, nur um niemandem zur Last zu fallen.
00:09:53: Ich habe für mich irgendwann verstanden, dass es überhaupt gar nicht darum geht, weniger zu sein, sondern sich selbst wieder als Mehrwert zu begreifen.
00:10:02: Klingt erstmal komisch, ich weiß, aber denkt mal kurz darüber nach.
00:10:07: Wir sind so sehr darauf konditioniert, uns anzupassen, dass wir völlig vergessen, wie viel Energie, Wärme oder Inspiration wir eigentlich geben können.
00:10:16: Einfach nur dadurch, dass wir wir selbst sind.
00:10:20: Und das meine ich gar nicht so esoterisch oder übertrieben, sondern ganz menschlich.
00:10:26: Ich meine, jeder von uns hat Qualitäten, die anderen gut tun.
00:10:30: Aber wenn man ständig einfach nur damit beschäftigt ist, sich selbst zu kontrollieren, Damit man bloß niemanden überfordert, dann kommt davon einfach kaum etwas nach außen.
00:10:43: Was ich dabei unglaublich spannend finde, Menschen, die glauben, dass sie eine Last sind, sind oft die, die unglaublich viel geben.
00:10:53: Das sind die, die spüren, wenn jemand Hilfe braucht.
00:10:57: Das sind die, die zuhören.
00:10:59: Das sind die, die Platz machen für andere.
00:11:03: Nur für sich selbst bleibt selten Platz.
00:11:06: Und genau das darf sich irgendwann verändern.
00:11:09: Denn das eigene Dasein, das ist kein Fehler, kein zusätzlicher Aufwand für andere, es ist ein Beitrag für andere.
00:11:19: Man darf sich selbst ruhig mal die Frage stellen, wann man das letzte Mal das Gefühl hatte, wirklich willkommen zu sein.
00:11:27: Nicht, weil man etwas geleistet hat oder perfekt funktioniert hat oder so, ne, ne, sondern einfach, weil man da war.
00:11:35: Dieses Gefühl.
00:11:36: wirklich gesehen zu werden, das ist kein Luxus, es ist ein Grundbedürfnis.
00:11:42: Und es fängt bei uns selbst an.
00:11:45: Wenn ich mir selbst erlaube, mich nicht ständig zurechtfertigen, dann verändert sich auch, wie andere mich wahrnehmen.
00:11:53: Das passiert ganz automatisch, weil meine eigene Energie eine ganz andere wird.
00:12:01: Ich bin der Meinung, der entscheidende Punkt ist, Man darf aufhören, sich selbst wie ein Problem zu behandeln.
00:12:09: Und stattdessen anfangen sich als etwas zu sehen, das etwas beizutragen hat.
00:12:14: Vielleicht ist es Mitgefühl, vielleicht Humor, vielleicht Ruhe.
00:12:19: Ist auch total egal, was es ist.
00:12:21: Aber das Gefühl, ein Geschenk zu sein, wächst genau dann, wenn man sich selbst wieder als Teil von etwas versteht und nicht als Belastung für das Ganze.
00:12:32: Und ganz klar, das braucht ein bisschen Mut.
00:12:35: Vor allem, wenn man jahrelang versucht hat, alles richtig zu machen, um ja niemandem im Weg zu stehen.
00:12:42: Aber irgendwann merkt man, dass die Welt gar nicht weniger anstrengend wird, wenn man sich kleiner macht.
00:12:49: Sie wird nur Lehrer.
00:12:50: Und das ist total schade, oder?
00:12:52: Weil so viel von dem, was man eigentlich geben könnte, überhaupt gar nicht erst rauskommt.
00:12:59: Deshalb geht es auch nicht darum, sich künstlich irgendwie aufzublasen oder ständig zu sagen, wie toll man ist.
00:13:06: Es geht einfach darum, wieder zu fühlen, dass man dazugehört.
00:13:10: Dass man mit allem, was man ist, mit seiner Art, mit seiner Stimme, seinem Lachen, seinen Gedanken genau richtig ist, so wie man ist.
00:13:20: Und wenn das Gefühl, eine Last zu sein, mal wieder auftaucht, dann darf man sich innerlich kurz daran erinnern, niemand ist ein Zusatzgewicht in dieser Welt.
00:13:30: Jeder bringt etwas mit, was gebraucht wird.
00:13:34: Und das zu erkennen verändert mehr als man denkt.
00:13:38: Denn wenn man sich einmal wirklich erlaubt, dieses alte Gefühl von, ich bin zu viel, loszulassen, dann passiert etwas ziemlich Spannendes.
00:13:49: Man fängt an, anders durch die Welt zu gehen.
00:13:52: Nicht unbedingt lauter oder auffälliger, sondern einfach echter.
00:13:57: Man steht ein bisschen aufrechter, redet freier, lacht ohne sich dafür zurechtfertigen.
00:14:02: Und genau da entsteht dieses neue Gefühl, nicht mehr die Last zu sein, sondern jemand, der etwas in andere hineinbringt.
00:14:11: Ein Gefühl von Wert, das nicht auf Leistung basiert, sondern auf dem einfachen Fakt, dass man existiert.
00:14:22: Genau das ist einer der schönsten Momente überhaupt.
00:14:25: Wenn man für sich selber merkt, dass man nicht mehr versucht sich zu beweisen, dass man nicht mehr in jeder Begegnung überlegt, ob man zu viel Raum einnimmt oder so, sondern dass man einfach da ist, ganz ohne sich kleiner zu machen.
00:14:41: Das strahlt nach außen und das spüren Menschen.
00:14:45: Man wird plötzlich nicht mehr nur geduldet, sondern als Bereicherung wahrgenommen.
00:14:50: Und das nicht, weil man sich verändert hat, sondern weil man sich selbst wieder erlaubt, sichtbar zu sein.
00:14:58: Was mir dabei schon total oft aufgefallen ist, viele Leute unterschätzen, wie sehr ihr eigenes Selbstbild das beeinflusst, was sie anziehen.
00:15:08: Wenn du glaubst, eine Last zu sein, wirst du unbewusst Menschen und Situationen in dein Leben ziehen, die dieses Gefühl bestätigen.
00:15:18: Wenn du aber anfängst dich als geschenkt zu sehen, ziehst du Menschen an, die dich so behandeln.
00:15:24: Und das hat nichts mit Zufall zu tun.
00:15:27: Das ist einfach, wie Energie wirkt.
00:15:32: Abschließend möchte ich dir noch mitgeben, dass du dieses Gefühl zu viel zu sein nicht weiter mit dir herum tragen musst.
00:15:40: Es ist nicht Teil deiner Identität, sondern nur ein alter Gedanke, der irgendwann mal angefangen hat, sich einzunisten.
00:15:47: Und jeder Gedanke, der gelernt wurde, kann auch wieder verlernt werden.
00:15:52: Ganz einfach.
00:15:54: Ich will damit nicht sagen, dass das einfach ist, aber es funktioniert.
00:15:58: Und nicht indem man ihn bekämpft, sondern indem man ihm einfach keine Macht mehr gibt.
00:16:07: So, und das war es auch schon wieder für heute.
00:16:10: Wenn dir diese Folge gefallen hat und du das Gefühl hast, sie könnte auch jemand anderem gut tun, dann teilt sie bitte gerne weiter.
00:16:18: Vielleicht kennst du jemanden, der genau das gerade hören sollte.
00:16:22: Und wenn du uns unterstützen möchtest, dann freuen wir uns natürlich riesig über eine positive Bewertung.
00:16:27: Das hilft uns, einfach noch mehr Menschen zu erreichen, die auf ihrem Weg gerade feststecken und wieder lernen dürfen, sich selbst mit anderen Augen zu sehen.
00:16:37: Danke auf jeden Fall, dass du dir die Zeit genommen hast und bis dahin.
00:16:41: Hör auf dein Herz, vertraue deine innere Stimme und vergiss nicht, die Antworten liegen in dir.
00:16:48: Unboxed yourself.
00:16:50: und supercharge your life.
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